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Veste Otzberg

Das Wahrzeichen der Veste Otzberg ist ihr gedrungener, hell verputzter Bergfried. „Weiße Rübe“ nennt ihn der Volksmund. Der Basaltkegel, auf dem die ehemalige Festung thront, ist im flachen Umland gut zu sehen. Vom Bergfried wiederum geht der Blick ringsum in den Odenwald, nach Frankfurt und in den Taunus.

Auf einen Blick

Burgweg 28
64853 Otzberg

derzeit geschlossen

HESSEN

Geschichte

Knapp 25 Kilometer südöstlich von Darmstadt liegt die 1231 urkundlich erstmals erwähnte Veste Otzberg auf einem Basaltkegel des Vorderen Odenwaldes. Der ovale Grundriss des Baus entspricht der Form des Berges. Errichtet wurde die Anlage nach 1220 durch die Reichsabtei Fulda, wechselte in den folgenden Jahrhunderten aber mehrfach den Besitzer. In der von Klein- und Kleinststaaterei geprägten Region diente sie je nach Herrschaftsverhältnissen auch dem Pfalzgrafen bei Rhein und den Grafen von Hanau als Festung zur Sicherung ihrer Macht und Besitzungen. Das Wort „Veste“ stammt von dem mittelhochdeutschen Begriff „veste“ für „fest“ ab und bedeutet nichts anderes als Festung. Im Unterschied zu Burgen, die von der Besitzerfamilie bewohnt wurden, war Otzberg von Burgmannen besetzt, die von der jeweiligen Herrschaft mit der Sicherung und Verteidigung der Burg betraut waren. Bis zum Beginn des 30-jährigen Krieges 1618 war die Veste Otzberg mehrfach erweitert und ausgebaut worden. Gegen die Belagerung durch Truppen der katholischen Liga konnte die Festung nicht standhalten, ihre Besatzung kapitulierte 1622. Ab 1803 gehörte die Burg endgültig zu Hessen-Darmstadt, ihre Gebäude dienten als Kaserne und Staatsgefängnis. 1826 wurden zahlreiche Bauten abgebrochen, die Festung verfiel.

Veste Otzberg, Bergfried

Der gedrungene Bergfried ist der markanteste Teil der Burg und von weither sichtbar. „Weiße Rübe“ nennt ihn der Volksmund.

Foto: Espelohra, 2014
Veste Otzberg, Bergfried und Kommandantenhaus

Der Bergfried stammt noch aus der Erbauungszeit. Rechts dahinter sieht man das Kommandentenhaus, in dem früher der Festungskommandant wohnte.

Foto: Kilian Schönberger, 2016

Veste Otzberg, Brunnen

Der Brunnen sicherte auch in Belagerungszeiten die Versorgung der Verteidiger mit Trinkwasser. Mindestens 50 Meter ist er tief.

Foto: Espelohra, 2014
Veste Otzberg, Ausblick

Die Veste liegt auf einem hohen Basaltkegel und bietet einen tollen Ausblick über den umliegenden Odenwald.

Foto: Kilian Schönberger, 2016

Bergfried trägt den Namen "Weiße Rübe"

Der markanteste Bau der Burg ist ihr gedrungener Bergfried, der bei 17 Meter Höhe, einen Durchmesse von 10 Metern hat. Nach oben verjüngt er sich leicht. Diese Form und der helle Verputz brachten ihm im Volksmund den Namen „Weiße Rübe“ ein. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein herrlicher Blick in den Landkreis Darmstadt-Dieburg, an klaren Tagen kann man bis nach Frankfurt und in den Taunus schauen. Der Bergfried ist heute das einzige Gebäude, das noch aus der Zeit der Erbauung der Veste stammt. Er war von einer Ringmauer umgeben, die immer wieder erweitert wurde. Etwas jünger ist der mindestens 50 Meter tiefe Brunnen, der ins 14. Jahrhundert zurückgeht.

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde die innere Mauer verstärkt - ein Wappen des Pfalzgrafen bei Rhein an ihrer Nordseite trägt die Jahreszahl 1518. Im ausgehenden 16. und frühen 17. Jahrhundert wurde die äußere Ringmauer errichtet. Beide Mauen sind durch den Torbau miteinander verbunden.

Veste Otzberg, Kasernenmauer

Dieser Mauerrest war früher Bestandteil der zweigeschossigen Kaserne. Von den Burgmauern aus geht der Blick weit in die Landschaft.

Foto: Espelohra, 2014

Zu den Bauten entlang der inneren Ringmauer gehören neben der Ruine einer zweigeschossigen Kaserne, das Kommandantenhaus aus dem Jahr 1574, wo der Festungskommandant wohnte. Ein Wohnbau und Fruchtspeicher war wohl ursprünglich das Bandhaus, so benannt, weil es unter anderem auch als Werkstatt eines Küfers diente, der dort Fässer mit Weidenruten zusammenband. Der noch erhaltene Keller stammt noch aus dem 15. Jahrhundert.

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