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Burgruine Hohenstein

Hohenstein ist eine der größten Burgruinen im Taunus. Sie liegt 330 Meter über NN bei Bad Schwalbach im hessischen Rheingau-Taunus-Kreis auf einem rauen Felsen des Aartals. Im ausgebauten Zustand, den der Architekt Wilhelm Dilich Anfang des 17. Jahrhunderts dokumentierte, war sie einst ein prachtvolles Kapitel in der Geschichte des Burgenbaus.

Auf einen Blick

Burgstraße 12
65329 Hohenstein

HESSEN

Geschichte

Die mächtigen Ruinen der Burg Hohenstein im gleichnamigen Ort bei Bad Schwalbach, den Besuchende heute vorfinden, verteilen sich auf mehreren Terrassen. Allein diese Ausdehnung kündet von der Größe, die sie einmal im erweiterten Zustand eingenommen hatte.

Einst ein Traum von einer Burg

Tatsächlich belegen Architekturzeichnungen des Baumeisters und Künstlers Wilhelm Dilich (1571-1650) vom frühen 17. Jahrhundert einen Traum von einer Burg: Kolorierte Grundrisse und Aufrisse zeigen eine auf Spornesspitze hochgelegene Kernburg über einem Steilhang, eine tiefer liegende winkelförmige Vorburg, Halsgraben und Zugbrücke. Alles war eng bebaut.


Burgruine Hohenstein, Mitteltor

Das Mitteltor diente als Eingang zum ehemaligen Torzwinger unterhalb der inneren Schildmauer.

Foto: Michael Leukel, 2017

Burgruine Hohenstein, Wehrgang auf der äußeren Schildmauer mit Torturm

Der Wehrgang auf der massiven, äußeren Schildmauer der Vorburg wird vom Torturm flankiert.

Foto: Michael Leukel, 2017

Um 1190 war die „Hoynstein“ von einer Nebenlinie der Grafen von Katzenelnbogen errichtet worden – als Bollwerk im Grenzgebiet zu den Territorien der Erzbistümer von Mainz und Trier sowie der Grafschaft von Nassau-Idstein. Der Stammsitz derer von Katzenelnbogen lag derweil nur 15 km entfernt.

Im 15. Jahrhundert im Besitz der Hessen

Ab der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts war sie Hauptresidenz der jüngeren Linie. Mit dem Aussterben der Katzenelbogener 1479 fiel sie an Hessen und wurde unter Landgraf Moritz von Hessen-Kassel (1572-1632) aufwändig umgebaut und modernisiert. Er ließ Befestigungen verstärken und machte sie wieder bewohnbar.

Burgruine Hohenstein, Wehrgang auf der inneren Schildmauer

Der Wehrgang auf der inneren Schildmauer führt zu einem Wohnturm mit Treppenaufgang.

Foto: Michael Leukel, 2017

Blütezeit im 15. Jahrhundert

Er selbst residierte seinerzeit häufig auf Burg Hohenstein. Aus dieser Epoche stammen die Zeichnungen seines Baumeisters Dilich, der die Burg im Zustand ihrer Blützezeit präzise dokumentierte. Sie geben wertvolle Hinweise auf ihre Bauteile im 14. Jahrhundert (erster großer Ausbau) und zu den Modernisierungen um 1600, insbesondere zu den teils mehrgeschossigen Aufbauten aus Fachwerk. Demnach war der Hof der Kernburg einmal lückenlos von Wohn- und Repräsentationsbauten umgeben. Heute ist die Fläche hinter Schildmauer und Felsen leer.

Burgruine Hohenstein, Bergfried

Vom zentralen Raum innerhalb des Bergfrieds kann durch schmale Öffnungen in alle Richtungen geblickt werden.

Foto: Michael Leukel, 2017

Burgruine Hohenstein, Bergfried

Der Bergfried hat einen unregelmäßig sechseckigen Grundriss und ist im obersten Geschoss fünfeckig mit Eckerkern ausgeformt.

Foto: Michael Leukel, 2017

Im Dreißigjährigen Krieg (1618-48) war die Hohenstein beschossen worden. Nachfolgende Bewohner interessierten sich nicht für einen Wiederaufbau oder scheiterten daran. Seitdem verfiel sie. 1864 stürzten die Reste des Palas ins Tal ab.

Eine stattliche Ruine

Trotzdem ist das ruinöse Ensemble der Gegenwart noch immer äußerst stattlich und wird denkmalgepflegt: Erhalten ist unter anderem eine ältere, von hohen sechsgeschossigen Türmen eingefasste innere Schildmauer mit Schlitzscharten und Wehrgang, eine äußere spätgotische Schildmauer mit Torturm und der polygonale Bergfried.

Ein modernes Restaurant vor Ort ersetzt als Baukörper einen früheren Kuhstall. Einmal im Jahr dient die Hohenstein dem Ensemble der Taunusbühne als Kulisse für ihre Burgfestspiele.

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