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Burgruine Geroldstein

Einsam entstand Burg Geroldstein im romantischen Tal der Wisper oberhalb des hessischen Rheingaugebirges. Sie bezeugt den Aufstieg derer von Gerhartstein, die sich nach dem ersten bald einen größeren Stammsitz bauten, Burg Haneck. Sowohl die Geroldstein, als auch Haneck sind inzwischen verfallen. Gleich zwei ehemalige Residenzen – nicht schlecht für den heutigen Ortsteil der Gemeinde Heidenrod.

Auf einen Blick

65321 Heidenrod-Geroldstein

Die Anlage ist nicht zugänglich.

HESSEN

Geschichte

Die Burgruine Geroldstein thront auf einem steil abfallenden einzelnen Felsvorsprung am südlichen Ufer der Wisper in einem Ortsteil der Gemeinde Heidenrod im Rheingau-Taunus-Kreis. Der einstige Stammsitz der Familie von Geroldstein fand erstmals mit dem Namen „Gerardstein“ 1215 urkundliche Erwähnung.

Erbaut wurde sie jedoch bereits Ende des 12. Jahrhunderts, vermutlich im Auftrag der Grafen von Katzenelnbogen. Durch ihre Lage an einem wichtigen Verbindungsweg trug sie zum Schutz der Grenzen zwischen deren Einflussgebiet und des Territoriums des Erzstiftes Mainz bei.


Geroldstein1

Die Burg lag einst an einem wichtigen Verbindungsweg zum Rhein und trug zum Schutz der Grenzen in dem ab dem 12. Jahrhundert strategisch wichtigen Rheingebiet bei. Leider lassen die Reste des Bruchsteinmauerwerks keinen eindeutigen Schluss auf die genaue Grundform und Ausdehnung der Burg zu.

Foto: Michael Leukel, 2021

Geroldstein2

An den runden Turm grenzt die einzig noch erhaltene Türöffnung.

Foto: Michael Leukel, 2021

Mitglieder der Familie von Geroldstein (auch „Herren von Gerhartstein“) waren seit 1262 häufig im Gefolge der Grafen von Katzenelnbogen zu finden. Von 1321 an wird die Burg als deren Lehen aufgeführt. Die Familie war kein bedeutendes oder sehr wohlhabendes Adelsgeschlecht. Trotzdem gelang es ihr durch Verwandtschaft zu den mächtigen Katzenelnbogenern sowie durch Kontakte zum Erzbistum Mainz stetig an Einfluss zu gewinnen.

Heidenrod, Blick auf Geroldstein mit den Ruinen

Blick auf Geroldstein mit den beiden Burgruinen

Foto: Ulrich Eschenauer, 2020

Als sich im Mittelalter der Stand der Ritter herausbildete und Privilegien vererbbar wurden, prägten auch nachfolgende Generationen die Belange der Region. Es entstand über der kleinen Stammburg eine weitere bedeutend größere Anlage, welche ab 1390 als Hauptsitz diente: Burg Haneck thront in 100 m Höhe und beweist das wachsende Ansehen der Familie. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts starb sie aus. Haneck ging an Kurmainz und die Geroldstein war bereits um 1585 nur noch eine Ruine.

Eine "Spornburg"

Durch ihre Lage am Hang ist die Geroldstein eine sogenannte Spornburg. Der steile Geländeabfall schützte sie einst von drei Seiten. Von der vierten, zum Berg gewandten Seite, wurden die für ihren Bau benötigten Steine gebrochen, so dass zwischen Berg und Burg ein tiefer Halsgraben entstand. Leider lassen ihre aus dem 14. Jahrhundert erhaltenen Mauerreste aus Bruchstein keinen eindeutigen Schluss auf die ursprüngliche Gestalt und Ausdehnung zu.

In der etwa zweieinhalb Meter dicken Schildmauer öffnet sich ein kleines Tor, das in die Burg führte. Dieses wurde ursprünglich durch einen rechteckigen Turm von ungefähr zwei mal drei Meter Grundfläche gesichert. Außerdem sind ein in die Ringmauer integrierter siebeneckiger Bergfried sowie das Fundament eines weiteren Turmes zu erkennen.

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