Burgruine Altweilnau

Zwischen alten Fachwerkhäusern ragt der große Bergfried der Burgruine Altweilnau hervor. Hoch über dem malerischen Dorf thront das Denkmal aus dem 13. Jahrhundert. Wer den Aufstieg auf Berg und Turm antritt, wird am Ende mit einem herrlichen, weiten Blick in die Ferne des Hochtaunus belohnt.

Auf einen Blick

61276 Weilrod-Altweilnau

Bei gutem Wetter auch im Winter zugänglich.

Eine Karte von Hessen HESSEN

Geschichte

Die Gemäuer der Burgruine Altweilnau führen ihre Besucherinnen und Besucher in längst vergangene Zeiten zurück. Von der Anlage aus dem 13. Jahrhundert mit ihren einst sieben Türmen sind heute nur noch Reste erhalten. Frei zugänglich für Besichtigungen sind der runde und knapp 18 m hohe Bergfried mit Kuppelgewölbe im Erdgeschoss, der Halsgraben an der Nordostseite sowie Teile der geräumigen Ringmauer mit dem Rest eines Schalenturmes.

Grafen von Diez

Als die Grafen von Diez die Festungsanlage um 1200 errichten ließen, verfügte die Burg nachweislich über viele Zimmer. Eine Junker Kammer, eine „gewelbte" Stube“ oder des Gnädigen Herrn Gemach gehörten zum Bauensemble. Bewohnt wurden die Räumlichkeiten bis 1563 von den Grafen selbst sowie von eingesetzten Burgmannen.

Schon früh nicht mehr bewohnbar

Ende des 16. Jahrhunderts, nachdem man schon Teile von „Schloss“ und Amt Altweilnau verkauft hatte, wurde die Burg vollends aufgegeben. 1608 war sie nicht mehr bewohnbar. In den folgenden Jahrhunderten, beschleunigt durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-48), unterlag sie Abbruch und Verfall.

Blick durch ein altes Steinfenster auf eine grüne Hügellandschaft.

Der Eingang zum knapp 18 Meter hohen Bergfried mit seinen mächtigen Mauern liegt in gut sieben Metern Höhe und kann über eine Wendeltreppe erreicht werden.

Foto: Michael Leukel, 2020

Innenansicht eines alten Steingebäudes mit einer Spiraltreppe aus Metall, umgeben von rauen, unregelmäßigen Steinwänden.

Der Aufstieg ist fast geschafft. Die letzten Höhenmeter werden mithilfe einer kunstvoll gearbeiteten Wendeltreppe überwunden.

Foto: Michael Leukel, 2020

Blick nach oben aus einem Brunnen mit steinerner Wand und spiralförmiger Treppe heraus, unter blauem Himmel mit Wolken.

Nicht nur die Aussichtsplattform, sondern auch der Himmel scheint zum Greifen nahe.

Foto: Michael Leukel, 2020

Wendeltreppe aus Metall in einem tiefen, steinumrandeten Brunnen, umgeben von alten Ziegelmauern.

Von oben lässt sich die gusseiserne Wendeltreppe noch besser betrachten.

Foto: Michael Leukel, 2020

Häuser und eine Kirche in einem kleinen Dorf, umgeben von grünen Hügeln und Wäldern, unter einem blauen Himmel mit weißen Wolken.

Die Aussicht über Altweilnau und das malerische Weiltal belohnen nach dem Aufstieg.

Foto: Michael Leukel, 2020

Genaue Datierung des Bergfriedes

Jüngere Untersuchungen an der erhaltenen Bausubstanz geben noch heute Auskunft über die Vergangenheit der Höhenburg: So lässt sich beispielsweise der Bergfried aufgrund dendrochronologischer Untersuchungen von Hölzern ziemlich genau auf 1203/04 datieren.

Die Schlösserverwaltung restaurierte die Burgruine von 1980 bis 1986 und ließ unter anderem die ursprüngliche Mauerstärke des spätmittelalterlichen Torturms (1340) wiederherstellen.

Runder Turm mit rot-weißer Flagge auf einer Anhöhe, umgeben von Natur bei sonnigem Himmel mit Wolken.

Neben dem Bergfried haben sich auch Teile der Ringmauer erhalten.

Foto: Michael Leukel, 2020

Dieser Tage kümmert sich der Kultur- und Förderkreis Burg Altweilnau e.V. um die Burgruine inmitten des Dorfes und lädt zu Zeitreisen in die bedeutsame Epoche der Staufer-Kaiser und ihrer Gefolgschaft ein.