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Museen in Schloss und Park

Museumsbesuch führt durch mehrere Epochen

Ein Besuch in den Museumsbereichen und Ausstellungen des Schlosses Bad Homburg führt in mehrere Epochen und durch viele Jahrhunderte. Das Mittelalter erschließt sich beim Aufstieg im „Weißen Turm“, in dem Tafeln den Burgenbau erläutern. Der Bergfried war im 17. Jahrhundert als einziges Bauwerk der alten „Hohenburg“ stehen geblieben. In den Besitz der Burg und der umliegenden Territorien kamen später die Hessen-Homburger, die 244 Jahre regieren sollten. In ihren Reihen zeichnete sich besonders Friedrich II. (1633-1708) aus. Der Landgraf mit langjähriger Militärkarriere ersetzte die Burg durch eine stattliche Residenz, das heutige Schloss. Bei Führungen lernt man unter anderem eine barocke Büste des Fürsten von dem Bildhauer Andreas Schlüter kennen, eine kuriose orthopädische Beinprothese des in einer Schlacht Versehrten und seine Lebendmaske. Er ist bestattet neben vielen anderen in der Fürstengruft, die an wenigen Tagen des Jahres im unterirdischen Gewölbe der Schlosskirche zu besichtigen ist. Auch die für Konzerte und Vorträge genutzte Kirche ist mit dem prächtigen Prospekt einer Orgel von Conrad Bürgy sowie dem Bildschmuck zu Szenen des Alten und Neuen Testamentes sehenswert.

Der Speisesaal der Kaiserlichen Appartements

Der Speisesaal in den Kaiserlichen Appartements mit einer - den Umständen des Ersten Weltkrieges geschuldeten - kleinen Tafel.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

Das Toilettezimmer der Kaiserin

Das Toilettezimmer der Kaiserin mit ihrem wieder gefundenen Badeschrank.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

Das Schlafzimmer der Kaisers

Der mit vielen Kunstwerken ausgestattete Schlaf- oder Ruheraum des Kaisers.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

Telefonzimmer in den Kaiserlichen Appartements

Das Telefonzimmer in den Kaiserlichen Appartements.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

Zwischen Weltpolitik und Seelenfrieden: die Wohnräume des letzten Kaiserpaares

Das Alleinstellungsmerkmal des Schlosses bilden die Kaiserlichen Appartements im sogenannten Königsflügel, die bis 1918 von Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) und seiner Ehefrau Kaiserin Auguste Victoria (1858-1921) genutzt wurden. Nachdem das kleine Territorium Hessen-Homburg 1866 an die preußische Krone gefallen war, entwickelte sich das Schloss in der malerischen Landschaft zu einem der beliebtesten Nebenwohnsitze der Könige von Preußen und deutschen Kaiser. Bereits unter Wilhelm I. (1797-1888) erfuhren die Innenräume zahlreiche Umbauten und Modernisierungen und auch durch die Witwe des nachfolgenden Kaisers Friedrich III. (1831-1888).

Der berühmteste und auch umstrittenste Bewohner des Schlosses war schließlich der letzte deutsche Kaiser, der insbesondere während des Ersten Weltkrieges der von ihm verursachten grausamen Realität entfloh und doch immer gefangen blieb zwischen Weltpolitik und privater Tragödie. Auf beinahe 1.000 Quadratmetern werden Besucherinnen und Besucher in stündlichen Führungen auf eine Zeitreise in den Sommer 1918 mitgenommen. Von den prunkvollen Gesellschaftsräumen bis hin zu den privatesten Rückzugsorten ist im Königsflügel das letzte authentische Zeugnis kaiserlicher Wohnkultur zu erleben, das in Deutschland erhalten blieb.


Schloss, Ahnensaal

Der Ahnensaal des Schloss Bad Homburg versammelt die Porträts von Landgrafen und Landgräfinnen

Foto: Uwe Dettmar, 2020

Schloss, Bibliothek

Blick in die Historische Bibliothek, die unter der englischen Landgräfin Elizabeth von Hessen-Homburg ihre heutige bauliche Gestalt erhielt

Foto: Olli Heimann, 2018

Princess Eliza - Englische Impulse für Hessen-Homburg

Bis zum 18. November 2021 ist die Ausstellung über Landgräfin Elizabeth von Hessen-Homburg im Schloss zu sehen

Collage: MüllerHocke + Abele

Bedeutende Rolle Landgräfin Elizabeths für das Schloss

Mit Friedrich II. hängt auch die Einrichtung eines Ahnensaales im Schloss zusammen, in dem die Porträts vieler Familienangehöriger hängen. Darunter befindet sich auch eine Miniatur von Landgräfin Elizabeth (1770-1840), die als englische Königstochter nach Hessen-Homburg kam und für den Kleinstaat ein Segen war. Eine Sonderschau, die zum 250. Geburtstag erstmals umfassend ihre Persönlichkeit und ihr Schaffen feiert, ist noch bis November 2021 in der historischen Bibliothek zu erleben. Sie bindet die Folge ihrer einstigen Gemächer, die sie als Witwe bewohnte, im Englischen Flügel ein. Möbel, Kunsthandwerk, Raumdekorationen und Privates geben dort einen beinahe intimen Aufschluss über das Wohlergehen und die Interessen der Britin.

Schloss, Speisesaal

Blick in den Speisesaal der Witwenwohnung der "englischen" Landgräfin Elizabeth

Foto: Michael Leukel, 2020

Schloss, Prothese

Bei einer Schlacht hatte Landgraf Friedrich II. einen Unterschenkel verloren. Bei Führungen ist seine Prothese zu sehen - ein frühes orthopädisches Meisterwerk

Foto: espelohra, 2016

Schloss, Kaiserwohnung

Nach zehn Jahren der Schließung hat die Schlösserverwaltung am 1. September 2021 die Kaiserlichen Appartements im ersten Stock des Königsflügels wieder eröffnet.

Foto: Frank Röth, 2021

Tempel der Pomona

Auch im Bad Homburger Schlossgarten steht ein kleines Museum. Der Tempel der Pomona lädt in die Welt der Obstkultur ein. Die kleine Dauerausstellung zeigt historische und im Handel zu erwerbende Apfel- und Birnensorten als naturgetreue Nachbildungen. In kompakter, wie anschaulicher Form präsentiert es komplexes Wissen zur Geschichte des Gebäudes und der umliegenden Gartenpartien sowie zur Biologie, Botanik, Kultur, Verwendung und Historie von Obst.

Schloss, Tempel

Aus einem Gartenhaus im chinoisen Stil wurde ein kleines Museum: der "Tempel der Pomona"

Foto: Alexander Paul Englert, 2020

Schloss, Tempel innen

Ein kleiner Raum für eine große Fülle an Informationen über historische Obstkultur

Foto: Alexander Paul Englert, 2020