Schauräume
„Hier bin ich sehr gut, schön und bequem…“, schrieb Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1814 während seines Aufenthalts im Landhaus der Familie Brentano. Es gilt als Sensation, dass die beiden Kabinette, in denen der Dichter residierte, sowie ihre Einrichtung im Originalzustand erhalten sind.
Exemplarisch angeführt sei das Bett, aus dem Goethe gewohnheitsgemäß sehr früh am Morgen aufstand, oder der Sekretär, an dem er mit Blick auf den Rhein seine Notizen verfasste.
Die Räumlichkeiten des Hauses bieten jedoch noch viel mehr. Dort sind besondere Momente der Kulturgeschichte konserviert und über 200 Jahre Familiengeschichte dokumentiert. Zahlreiche, die Wände schmückende Porträts verdeutlichen die breiten familiären und gesellschaftlichen Verbindungen der Brentanos.
Unter ihnen sind Werke namhafter Künstler wie Friedrich Heinrich Füger oder Andreas Achenbach. Neben dem historischen Mobiliar finden sich auch kleinere und größere Schätze, bspw. Erinnerungsstücke, die Familienangehörige von ihren Forschungsreisen mitbrachten, oder das Tafelgeschirr, welches das Familienwappen mit der Butte (ital.: brenta) trägt und der Familie über 100 Jahre zur Bewirtung ihrer Gäste diente.
Die einzigartige Authentizität des Interieurs spiegelt das akribische und kontinuierliche Bestreben der Brentanos wider, die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner zu bewahren. Respektvoll wurde auch das Andenken an die Erbauer, die Familie Ackermann, erhalten. So kann man noch heute bei einem aufmerksamen Gang durch das Haus ihre Initialen entdecken.