Schauräume

„Hier bin ich sehr gut, schön und bequem…“, schrieb Johann Wolfgang von Goethe im Jahr 1814 während seines Aufenthalts im Landhaus der Familie Brentano. Es gilt als Sensation, dass die beiden Kabinette, in denen der Dichter residierte, sowie ihre Einrichtung im Originalzustand erhalten sind.

Exemplarisch angeführt sei das Bett, aus dem Goethe gewohnheitsgemäß sehr früh am Morgen aufstand, oder der Sekretär, an dem er mit Blick auf den Rhein seine Notizen verfasste.

Eleganter, historischer Salon mit prunkvollen Möbeln, Wandbildern, großen Fenstern mit roten Vorhängen, einem Kristallleuchter und Parkettboden.

Der Große Salon in der Beletage.

Foto: Michael Leukel, 2019

Ein elegantes, antikes Wohnzimmer mit gepolsterten Stühlen um einen runden Tisch, Gemälden an den Wänden und einer stilvollen Uhr an der Wand.

Blick in Goethes Kabinette.

Foto: Stephan Peters, 2017

Geöffneter alter Sekretär mit beschriebenem Papier, Tintenfass und Feder und einer Schatulle.

Der Sekretär des Weimarer Geheimrates. Dort entstanden Gedichte von Goethes "West-östlicher Divan".

Foto: Stephan Peters, 2017

Die Räumlichkeiten des Hauses bieten jedoch noch viel mehr. Dort sind besondere Momente der Kulturgeschichte konserviert und über 200 Jahre Familiengeschichte dokumentiert. Zahlreiche, die Wände schmückende Porträts verdeutlichen die breiten familiären und gesellschaftlichen Verbindungen der Brentanos.

Unter ihnen sind Werke namhafter Künstler wie Friedrich Heinrich Füger oder Andreas Achenbach. Neben dem historischen Mobiliar finden sich auch kleinere und größere Schätze, bspw. Erinnerungsstücke, die Familienangehörige von ihren Forschungsreisen mitbrachten, oder das Tafelgeschirr, welches das Familienwappen mit der Butte (ital.: brenta) trägt und der Familie über 100 Jahre zur Bewirtung ihrer Gäste diente.

Ein antiker, dekorativer Tischuhrenapparat mit goldenen Details auf einem Holztisch vor einer Blumentapete.

Die Räume, die Goethe bewohnte, sind seit seinem Besuch unverändert. Als sei die Zeit stehen geblieben.

Foto: Michael Leukel, 2019

Porzellan-Tintenfass mit Goldverzierungen, eine Schreibfeder und beschriebenes altes Papier auf einem Holztisch.

Tintenfass und Feder auf dem Sekretär im Goethe-Wohnraum.

Foto: Michael Leukel, 2019

Antike Dosen und Gegenstände liegen auf einem verzierten Tuch auf einem runden Holztisch.

Stillleben in Goethes "Arbeitszimmer".

Foto: Michael Leukel, 2019

Ein kleine Bronze-Skulptur eines sitzenden Mädchens, das nachdenklich den Kopf neigt, im Hintergrund ein unscharfes Porträt.

Das Brentano-Haus ist auch ein Museum bürgerlicher Wohnkultur am Übergang zum Biedermeier.

Foto: Michael Leukel, 2019

Die einzigartige Authentizität des Interieurs spiegelt das akribische und kontinuierliche Bestreben der Brentanos wider, die Geschichte des Hauses und ihrer Bewohner zu bewahren. Respektvoll wurde auch das Andenken an die Erbauer, die Familie Ackermann, erhalten. So kann man noch heute bei einem aufmerksamen Gang durch das Haus ihre Initialen entdecken.