Wiederöffnung der Ausstellung

von Ann-Kathrin Hartenbach
Veröffentlicht am 12. März 2021

DIREKTORIN KIRSTEN WORMS IM INTERVIEW

Kirsten Worms wurde am 30. Juni 1962 in Bremerhaven geboren und studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg und Lausanne sowie einige Semester Kunstwissenschaft in Berlin. Seit Februar 2018 ist sie Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, davor leitete sie als Ministerialrätin das Kulturbaureferat im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Sie ist verheiratet, hat einen Sohn und lebt in Wiesbaden.

Frau Worms, Sie sind Juristin und waren vorher im Kulturbaureferat im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst – wie entstand Ihre Begeisterung für Kunst?

Meine Begeisterung für die Kunst entstand schon als Jugendliche, vor allem durch das Studieren einiger Kunstbildbände und in der Schule im Kunstleistungskurs. Zudem engagierte ich mich einige Zeit im Jugendwerk Bildende Kunst, das bis heute gemäß dem Motto „Jugend, Bildung, Kunst/Kultur“ Jugendlichen die Möglichkeit gibt, Kunst zu erfahren. Später habe ich unter anderem Touristen durch die Ruine Schloss Heidelberg geführt. Das Interesse für Kunst zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch mein Leben.

Seit dem Jahr 2018 sind Sie nun Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und die Ausstellung „Princess Eliza – englische Impulse für Hessen-Homburg“ ist die bisher aufwendigste hier im Schloss Homburg. Seit November 2020 ist die Ausstellung aufgrund der Corona-Pandemie vorerst geschlossen. Nun haben Sie sich entschieden die Ausstellung zu verlängern. Was waren hierfür die Gründe?

Wir haben uns entschieden die Ausstellung bis zum 18. November 2021 zu verlängern und ich bin vor allem sehr froh und dankbar, dass alle Leihgeber dieser Verlängerung zugestimmt haben. Ausschlaggebend hierfür war, dass dieses spannende Ausstellungsprojekt unbedingt noch viele weitere Besucherinnen und Besucher sehen sollten.

Wie sind Sie das erste Mal mit der englischen Prinzessin in Kontakt getreten und was fasziniert Sie an Ihr besonders?

Princess Eliza ist mir schon lange als eine der wichtigsten Personen der Landgrafenzeit bekannt. Vor vielen Jahren habe ich sie bei einer Führung durch den Englischen Flügel hier im Schloss Homburg kennengelernt. Sie begeistert als emanzipierte und vielseitig talentierte Frau mit besonderem künstlerischen Talent. Mir persönlich imponiert auch ihre zielstrebige und beharrliche Art und wie sie ihre unterschiedlichen Projekte umsetzte.

Haben Sie ein Lieblingsobjekt in der Ausstellung?

Dies ist eine sehr schwierige Frage bei so vielen wunderbaren Objekten in der Ausstellung. Alle Exponate weisen eine äußerst hohe Qualität auf; unsere eigenen Objekte sowie die Leihgaben. Besonders sehenswert sind hierbei die Portraits von Eliza und ihrem Gatten von William Beechey und Caspar Gerhard Klotz aus Privatbesitz, das Silberbesteck aus einer weiteren Privatsammlung oder als besonderes Objekt die Strelitzie, benannt nach Elizas Mutter Sophie Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz, aus der Orangerie von Schloss Weilburg.

Die Corona-Pandemie bestimmt seit fast einem Jahr unser aller Leben. Was persönlich haben Sie durch diese Pandemie bisher gelernt und welche Schlüsse können Sie als Direktorin daraus ziehen?

Die Corona-Pandemie stellt für uns alle eine besonders große Herausforderung dar, die wir hier unter anderem mit Home-Office und selbstverständlich Abstands- und Hygieneregeln, bewerkstelligen. Zwar sind einige unsere Liegenschaften momentan geschlossen, allerdings sind unsere Parks für die Besucher zugänglich und bieten eine gute Abwechslung in diesen besonderen Zeiten. Angebote finden bei uns momentan digital statt, wie beispielsweise dieser Blog zur Ausstellung und der dazugehörige Podcast. Diese Angebote sind aber natürlich kein Ersatz für die Originale, die am besten vor Ort in der Ausstellung ihre Wirkung entfalten können.

Auf was können sich die Besucher in den nächsten Jahren in unseren Liegenschaften freuen?

Wichtig ist mir der Modernisierungsprozess, der sich unter anderem durch unser neues Logo und bald durch die aktualisierte Homepage ausdrückt. Außerdem feiern wir 2021 unser 75. Jubiläum der Schlösserverwaltung und die Kaiserlichen Appartements im Schloss Homburg eröffnen am 1. September 2021. Des Weiteren ist eine Ausstellung zum 400. Jubiläum der Landgrafschaft Hessen-Homburg in Planung. Meine persönlichen Visionen und Wünsche für die nächsten Jahre sind viele weitere spannende Projekte und ganz besonders zahlreiche glückliche und gesunde Besucherinnen und Besucher in unseren Liegenschaften!

Direktorin Worms in der Eliza-Ausstellung

Direktorin Kirsten Worms in der Eliza Ausstellung

Foto: Elisabeth Weymann

Direktorin Worms und Volontärin Hartenbach

Direktorin Kirsten Worms und Ann-Kathrin Hartenbach (Wissenschaftliche Volontärin) im Interview

Foto: Elisabeth Weymann