Das Residenzschloss Bad Homburg neu entdecken

Wer das Schloss Bad Homburg mit seinem weitläufigen Park besucht, unternimmt eine Zeitreise durch die vergangenen Jahrhunderte. Einst war das Schloss die landgräfliche Residenz von Hessen-Homburg, später der Sommersitz der letzten deutschen Kaiserinnen und Kaiser. Noch immer wacht der Bergfried der mittelalterlichen Burg, der Weiße Turm, über die barocke Schlossanlage und ist heute prominentestes Wahrzeichen der Kurstadt Bad Homburg v. d. Höhe.

Der Königsflügel des Schlosses mit seinen Appartements des letzten deutschen Kaiserpaares gehört zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten der Schlossanlage. Die Wohn- und Repräsentationsräume wurden 2021 nach zehn Jahren umfassender Instandsetzung und Restaurierung wiedereröffnet und spiegeln den Zustand der Zeit um 1918 wider. Als authentisches Zeugnis kaiserlicher Wohnkultur sind die historischen Raumfluchten einzigartig in Deutschland. Besuchende erhalten intime Einblicke in das Privatleben von Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Victoria, die das Schloss als Sommerresidenz der Hohenzollern nutzten.

Haupttreppe zu den Kaiserlichen Appartements im Schloss Bad Homburg

Die Haupttreppe zu den Kaiserlichen Appartements im Königsflügel

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

Einer der Gesellschaftsräume: der Versammlungssaal

Einer der Gesellschaftsräume: der Versammlungssaal

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

Das Toilettezimmer der Kaiserin

Das Toilettezimmer der Kaiserin

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

Arbeitszimmer Kaiser Frank Roeth

Das Arbeitszimmer des Kaisers mit dem sogenannten Sattelsitz

Foto: Frank Röth

Telefonzimmer in den Kaiserlichen Appartements

Eines der Besucherhighlights: das Telefonzimmer

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

Zwei Dynastien in einem Schloss

Ein Besuch des Englischen Flügels hingegen führt in die Epoche der hessischen Landgrafen. Zwischen 1622 und 1866 war das Schloss Sitz der Landgrafen von Hessen-Homburg, die das Erscheinungsbild der Schlossanlage entscheidend prägten. Landgraf Friedrich II., der wohl bedeutendste Regent der Dynastie, ließ ab 1679 das Barockschloss errichten. Auch die spätere Landgräfin Elizabeth brachte ihre Vorstellungen in die Gestaltung der Anlage ein. Die vom englischen Hof stammende Prinzessin kam 1818 nach Homburg und verwirklichte insbesondere ihre Leidenschaft zur Gartenkunst, die bis heute im Schlosspark erlebbar ist.

Eine neu eröffnete Begleitausstellung unter dem Titel „Vom Landgrafensitz zum Kaiserschloss. 1622 – 1866 – 1918.“ komplementiert den Schlossbesuch und wirft in einzelnen Schauräumen Schlaglichter auf den Kosmos, den Herrschaft und Hofstaat zur Zeit der Monarchie bildeten.

Schloesser und Lebenswelten Wilhelms II und das Erbe der wilhelminischen Aera

Ein Besuch der kostenfreien Begleitausstellung komplementiert den Schlossbesuch.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Uwe Dettmar

Ein Gang durch den 13 Hektar großen Schlosspark lädt geradezu zum Lustwandeln ein und bietet hierbei vielseitige Einsichten in die Gartengestaltung vergangener Jahrhunderte. Er führt zu exotischen Pflanzensammlungen, beeindruckenden Gehölzbesonderheiten, historischen Obstsorten, wirkungsvollen Sichtachsen und Denkmälern. Eine Begehung des Weißen Turmes bietet zudem eindrückliche Ausblicke auf die Skyline Frankfurts a. M. und in den Taunus. Fühlen Sie sich eingeladen, das Gesamtensemble Residenzschloss neu zu entdecken.