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Prinz-Georg-Garten feiert den 300. Geburtstag seines Namensgebers Prinz Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt

„Herzlichen Glückwunsch, Prinz Georg!“ heißt es in diesem Jahr ab dem 1. April 2022 im Darmstädter Prinz-Georg-Garten. Mit einem vielfältigen Programm an Führungen, Festlichkeiten und Mitmachangeboten für Erwachsene und Kinder feiern die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (SG) in Kooperation mit der Großherzoglichen Porzellansammlung den 300. Geburtstag Prinz Georg Wilhelms von Hessen-Darmstadt (1722-1782). Den historischen Garten schenkte Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt (1691-1768) im Jahr 1764 seinem Zweitgeborenen, dessen Namen er heute trägt.

Prinz Georg Wilhelm c Hessische Hausstiftung Schlossmuseum Darmstadt

Der Jubilar: Prinz Georg Wilhelm von Hessen-Darmstadt (gemalt von Johann Christian Fiedler)

© Hessische Hausstiftung, Schlossmuseum Darmstadt

Prinz Georg Garten Sonnenuhr Michael Leukel

Von April bis Ende Oktober finden Veranstaltungen anlässlich des Prinzengeburtstages statt.

Foto: Michael Leukel

Prinz-Georg-Garten, Sitznische

Der Garten bildete einen Rückzugsort für Prinz Georg Wilhelm und seine Familie.

Foto: Michael Leukel, 2019
Prinz Georg Garten Michael Leukel

Die geometrische Anlage spiegelt gartenkünstlerische Einflüsse Frankreichs im 18. Jahrhundert wider.

Foto: Michael Leukel

„Der Prinz-Georg-Garten liegt im Herzen Darmstadts und doch ein bisschen versteckt hinter seinen Mauern. Er ist ein ganz besonderes gartenkünstlerisches Schmuckstück unter unseren Sehenswürdigkeiten und in diesem Jahr wollen wir ihn gebührend in Szene setzen“, so Kirsten Worms, Direktorin der SG. „In Zusammenarbeit mit unserem Fachgebiet Gärten und Gartendenkmalpflege und der Großherzoglich-Hessischen Porzellansammlung ist ein abwechslungsreiches Jahresprogramm entstanden. Dafür danke ich allen Beteiligten sehr herzlich und freue mich auf die Veranstaltungen.“

Die etwa 1,8 Hektar große Anlage, die an den städtischen Herrngarten grenzt, lässt mit ihren geometrisch angelegten Beeten, mit Orangeriegarten, Wasserbassin, Heckentheater, Bosketten und Sonnenuhren den gartenkünstlerischen Einfluss Frankreichs im 18. Jahrhundert erkennen. Für Prinz Georg Wilhelm war der – damals vor den Toren der Stadt gelegene - Garten vor allem ein intimes Refugium. Hier zog er sich mit seiner Familie und Freunden von den offiziellen Verpflichtungen und der höfischen Etikette zurück und genoss unbeschwerte Zeit und ungezwungene Festlichkeiten. Besonders gefeiert wurde stets der Geburtstag des Prinzen am 11. Juli.

„In dieser Tradition planen wir das Geburtstagsfest am 17. Juli als Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Historische Darsteller, die stilgerecht gekleidet im Garten flanieren, werden Besucherinnen und Besucher in die Welt des Rokoko entführen und ihnen einen Einblick in das fürstliche Amüsement des 18. Jahrhunderts geben“, erläutert Alexa Beatrice Christ, die Direktorin der Großherzoglich-Hessischen Porzellansammlung.

Neben der Geschichte des Gartens stehen aktuelle gärtnerische Projekte im Fokus der Veranstaltungen. So lädt das Fachgebiet Gärten und Gartendenkmalpflege der SG am 26. Juni zum Aktionstag „Wissen wächst im Garten“ ein. Das Ziel des seit 2021 bestehenden Vermittlungsprogramms ist es, bei Menschen jeden Alters das Verständnis und die Begeisterung für Gartenkunst und ihre Bewahrung sowie für die besonderen Herausforderungen, die sich durch den Klimawandel ergeben, wachsen zu lassen. Auf einem Erlebnisspaziergang können große und kleine Besucher:innen spielerisch Wissen über den Garten, seine Geschichte, seine Pflanzen, Sortenvielfalt und Nachhaltigkeit sammeln.

Palais Prinz Georg Garten

Im Palais befindet sich die Großherzoglich-Hessischen Porzellansammlung, wo von April bis Mitte Juli wöchentliche Führungen angeboten werden.

Foto: Michael Leukel

Prinz-Georg-Garten, Pretlacksches Gartenhaus

Auch das Pretlacksche Gartenhaus bildet den Ausgangspunkt für einige Programmpunkte.

Foto: Michael Leukel, 2019
Blick durch das Tor in den Prinz Georg Garten

Höhepunkt des Jubiläumsprogramms ist das Gartenfest am 17. Juli.

Foto: Michael Leukel

Wie im 18. Jahrhundert ist der Prinz-Georg-Garten auch heute wieder durch das Nebeneinander von Blühpflanzen, Kräutern, Obst und Gemüse geprägt. „Im Prinz-Georg-Garten werden historische Apfel- und Birnensorten als Kleinobst angebaut, und allerlei Kräuter und Gemüsesorten, die es heute im Laden nur sehr selten zu kaufen gibt“, so Dr. Inken Formann, Leiterin des Fachgebiets Gärten und Gartendenkmalpflege der SG. „Wir erweitern unsere Sortenvielfalt und erhalten damit Sorten, die vom Aussterben bedroht sind. Unser Gartenmeister Stefan Dietrich hat sich auf die Suche nach Samen dieser seltenen Sorten gemacht und versucht nun, diese hier zu kultivieren und damit Sorten nach Darmstadt zu bringen, die historisch zwar bekannt, aber heute weitgehend vergessen sind.“

Wie dieses Vorhaben aktuell umgesetzt wird, erläutert Dietrich am 10. September bei der Führung „Alte Sorten im Prinz-Georg-Garten“, bei der auch kleine Kostproben gereicht werden.

Auch in dieser Saison wird ab Mai wieder der Verkauf in der Gärtnerei geöffnet haben. Bis Oktober können dann jeweils mittwochs von 10:00 bis 14:00 Uhr und freitags von 10:00 bis 12:30 Uhr Kräuter, Gemüse, Obst und Pflanzen erworben werden.

Einen besonderen Blick auf den historischen Garten bietet Matthias Lothhammer mit seiner Führung „Mein Garten, mein Plaisir“, die an drei Terminen stattfindet. Für etwa eine Stunde schlüpft er in die Rolle eines landgräflichen Oberhofgärtners, der seine Gäste auf eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert mitnimmt.

Das Jubiläumsprogramm im Prinz-Georg-Garten startet am 1. April 2022 mit der Ausstellung „Tierisch gut! Treue Freunde und wilde Biester aus drei Jahrhunderten“ im Porzellanmuseum. Bis inklusive 17. Juli zeigt die von Alexa Beatrice Christ kuratierte Schau zahme und wilde Tiere der Großherzoglich-Hessischen Porzellansammlung als immer wiederkehrendes Motiv künstlerischen Schaffens. Ab dem 18. Juli schließt das Porzellanmuseum für den Rest der Saison aufgrund von Instandsetzungsarbeiten am Prinz-Georg-Palais, die das Fachgebiet Bauangelegenheiten und Denkmalpflege der SG durchführt.

Nach dem großen Erfolg des vergangenen Jahres wird das Heckentheater des Gartens wieder zur Bühne. Das Staatstheater Darmstadt zeigt an den Abenden des 8., 9., 13. und 15. Juli die Oper von Christoph Graupner, „La costanza vince l’inganno“ – „Die Beständigkeit besiegt den Betrug“. Auch die Generalprobe am 2.7. ist öffentlich. Weitere Informationen gibt es unter www.staatstheater-darmstadt.de.