Neue Dauerausstellung im Schloss Bad Homburg: 244ff. Von Friedrich bis Ferdinand

Seit dem 5. Oktober 2022 geöffnet

Die neue Dauerausstellung "244ff. Von Friedrich bis Ferdinand" in der historischen Bibliothek des Schlosses Bad Homburg führt Besucherinnen und Besucher in die Zeit der hessischen Landgrafen. Die ausgewählten Exponate schlagen einen Bogen vom ersten Regenten der Landgrafschaft von Hessen-Homburg bis zum letzten Vertreter der Dynastie. Diese bildete eine Nebenlinie des Hauses Hessen und ihr Territorium war anfangs nur eine aus finanziellen Nöten geborene Teilherrschaft, die von 1622 bis 1866 währte und erst spät volle Souveränität erlangte. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen besitzen tausende Objekte dieser 244 Jahre andauernden Epoche. In der Bibliothek werden ausgewählte Einzelobjekte präsentiert, die nicht zuletzt manches biografische Detail der ehemaligen Besitzer:innen preisgeben. Sie erzählen von der Alltags- und Herrschaftsgeschichte.

Noch nie war das Publikum dem Erbauer des Residenzschlosses von Hessen-Homburg, Landgraf Friedrich II. (1633-1708), so nahe. Die Dauerausstellung führt erstmals drei Erinnerungen an ihn in einem Raum zusammen: Es sind eine Lebendmaske (Kopie) des circa 50-Jährigen, seine von Andreas Schlüter, Preußens Architekten und Bildhauer, entworfene Bronze-Büste mit barocker Pose und der mechanische Ersatz des im Krieg eingebüßten rechten Unterschenkels. Das von Schlossbaumeister Paul Andrich konstruierte „Silberne Bein“ mit Tragebändern ist ein Fortschritt in der Behandlung von Kriegsversehrten. Eine weitere Prothese für Friedrich II., jedoch nur die Holzkonstruktion, bewahrt Schloss Burgk in Thüringen.

Büste von Friedrich II. in der historischen Bibliothek

Die Bronze-Büste wurde von dem berühmten preußischen Bildhauer Andreas Schlüter entworfen.

Foto: Alexander Paul Englert

Vitrine Ausstellung 244ff.

Eingebettet in die Bücherregale der historischen Bibliothek werden die rund 150 ausgestellten Objekte in Szene gesetzt.

Foto: Alexander Paul Englert

Plakat 244ff

Das Plakat zur neuen Dauerausstellung "244ff. Von Friedrich bis Ferdinand"

Silbernes Bein in der Ausstellung 244ff.

Das sogenannte "Silberne Bein" wurde aufwendig restauriert und wird erstmals seit 12 Jahren wieder ausgestellt.

Foto: Alexander Paul Englert

Ein besonderes Erlebnis ist der prunkvolle Aufsatzsekretär, der vermutlich für Landgraf Friedrich III. Jacob (1673-1746) ins Schloss kam. Ein dreieinhalbminütiger Film zeigt das Möbelstück, das in Bad Homburg besser unter dem Namen „Hundertfächerschrank“ bekannt ist, im Detail und zählt nach, ob die Zahl der Fächer des Sekretärs seinen Namen bestätigen.

Digitale und analoge Highlights

Die neu gestaltete angrenzende Ahnengalerie wartet mit manchem unbekannten Gemälde auf und führt viele Persönlichkeiten der landgräflichen Zeit in einem Raum zusammen. Hierunter ist unter anderem das aus dem Landesmuseum Mainz ausgeliehene Bildnis des Landgrafen Philipp August von Hessen-Homburg von Benjamin Heinrich Orth (1846) oder die Darstellung des jugendlichen Landgrafen Friedrich V. von Hessen-Homburg eines unbekannten Künstlers (um 1760) mit Schloss Homburg im Hintergrund.

Einen Höhepunkt stellt das Familienbild des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Homburg dar. Soweit bekannt, zeigt das großformatige Ölgemälde aus dem späten 17. Jahrhundert den Fürsten mit seiner zweiten Frau, Prinzessin Luise Elisabeth von Kurland, und wohl ihre damals lebenden Kinder. Es präsentiert in der unteren rechten Bildhälfte aber vermutlich auch die dritte Gemahlin, Gräfin Sophie Sybille von Leiningen-Westerburg-Oberbronn. Ihr Bildnis wurde von einem unbekannten Künstler vor die hinter ihr stehenden Familienmitglieder gemalt. Bis heute gehen die Meinungen auseinander, warum sie dieser letztlich
unausgewogenen Komposition hinzugefügt wurde. Eine gemeinsame Darstellung ist ungewöhnlich. Das Gemälde ist eine Dauerleihgabe der Hessischen Hausstiftung, wie auch andere Werke in der Ahnengalerie.

Eine digitale Medienstation ermöglicht es, die Biografie der Dargestellten, entweder per Klick auf ein Bild oder auf ihren Namen im Stammbaum, in deutscher oder englischer Sprache aufzurufen. In der Bibliothek erfolgt die Vermittlung, ganz im Sinne des Raumes analog: Die Bücher, die auf Schreibpulten vor den Regalen platziert sind, beschreiben einzelne Exponate und berichten die damit verbundenen Episoden aus der Geschichte der Landgrafschaft.

Neu gestaltete Ahnengalerie im Schloss Bad Homburg

Die neu gestaltete Ahnengalerie des Schlosses lädt zu einer Zeitreise ein.

Foto: Alexander Paul Englert

Ausstellung 244ff. in historischer Bibliothek

In der angrenzenden historischen Bibliothek erfolgt die Vermittlung der Exponate über Bücher.

Foto: Alexander Paul Englert

Die Ausstellung „244ff. – Von Friedrich bis Ferdinand“ kann individuell besichtigt werden. Das Ticket kostet 4 Euro pro Person. In Verbindung mit Führungen durch den Englischen Flügel und die Kaiserlichen Appartements gibt es Kombitickets.

Hier erhalten Sie weitere Informationen zu Tickets und Öffnungszeiten im Schloss Bad Homburg.