"Vergangenheit bleibt lebendig – für die Menschen von heute und die Generationen von morgen"
Bei der Jubiläumspressekonferenz am 25. März im Schloss Bad Homburg gratulierte Timon Gremmels, Staatsminister des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK), den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen zum 80-jährigen Jubiläum. Er würdigte die Arbeit der Schlösserverwaltung für das kulturelle Erbe des Landes. Dieses weiter lebendig zu erhalten sei ein Auftrag für die Zukunft.
So wie Hessen in den vergangenen 80 Jahren zu einem modernen, vielfältigen und starken Bundesland geworden ist, so haben auch die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen ihre Rolle weiterentwickelt. Sie sind heute nicht nur Hüter des kulturellen Erbes, sondern auch Gestalter seiner Zukunft. Sie tragen dazu bei, dass Vergangenheit nicht im Stillstand verharrt, sondern lebendig bleibt – für die Menschen von heute und die Generationen von morgen. Führungen, Veranstaltungen, Mitmachaktionen und digitale Angebote machen die Schlösser und Gärten zu Orten des Lernens und Erlebens für Menschen unterschiedlichster Herkunft. Die Digitalisierung eröffnet zusätzlich neue Möglichkeiten. Es freut mich besonders, dass die Schlösserverwaltung das Jubiläumsjahr nutzen wird, um das Fachwissen der Expertinnen und Experten der SG zu präsentieren und damit gewissermaßen auch einen Blick hinter die Kulissen des Tagesgeschäfts zu ermöglichen. Ich gratuliere den Staatlichen Schlössern und Gärten Hessen zum Jubiläum und danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrer Arbeit dazu beitragen, das wertvolle Erbe unseres Landes für die Menschen zu bewahren und es auch für kommende Generationen erlebbar zu machen.“
Timon Gremmels, Staatsminister des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK)
Seit 80 Jahren tragen wir Verantwortung für ihren Erhalt und ihre Weiterentwicklung. Dieses Jubiläum ist für uns Anlass, transparent zu machen, wie vielfältig und zeitgemäß unsere Arbeit ist – von der Bauunterhaltung und der Restaurierung historischer Ausstattung über die Pflege denkmalgeschützter Parkanlagen bis hin zur digitalen Vermittlung. Wir möchten alle Menschen einladen, unsere Kulturschätze neu zu entdecken und mit uns darüber ins Gespräch zu kommen, was kulturelles Erbe heute bedeutet und wie wir es in die Zukunft tragen.“
Kirsten Worms, Direktorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen
An 48 Orten werden nahezu 2.000 Jahre Geschichte lebendig gehalten
Die Bandbreite der von der SG betreuten Anlagen ist einzigartig. Sie reicht von imposanten Zeugnissen staufischen Burgenbaus über opulente Garten- und Schlossanlagen des Barocks zu weltbekannten Zielen wie dem Niederwalddenkmal und der UNESCO-Welterbestätte Kloster Lorsch. Von römischen Limeskastellen des 2. Jahrhunderts bis zum Zeppelindenkmal des 20. Jahrhunderts vereint die Schlösserverwaltung Kulturdenkmale aus fast zwei Jahrtausenden unter einem Dach. Ihre Arbeit folgt dem gesetzlichen Auftrag, diese Kulturschätze heute und für künftige Generationen zu bewahren, zu erforschen und der Öffentlichkeit zu vermitteln. Die Sehenswürdigkeiten der SG haben sich als sehr beliebte Ausflugsziele etabliert: Im vergangenen Jahr 2025 wurden knapp 3.045.000 Menschen gezählt – Spitzenreiter bei den Besuchszahlen sind dabei das Niederwalddenkmal mit Osteinschem Park oberhalb von Rüdesheim, gefolgt von Kloster Lorsch und dem Kloster Seligenstadt.

Jubiläumsmagazin „Facettenreich“ beleuchtet aktuelle Herausforderungen
Aktuell hat die SG über 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Hauptverwaltung Bad Homburg arbeiten neben der Direktorin mit Stab und der Verwaltungsabteilung spezialisierte Fachgebiete: Bauangelegenheiten und Baudenkmalpflege, Gärten und Gartendenkmalpflege, Museen und Sammlungen sowie Restaurierung; darüber hinaus gibt es ein gesondertes Fachgebiet für das UNESCO-Welterbe Kloster Lorsch. Zwölf Außenstellen betreuen die größeren Liegenschaften im Land. Das gemeinsame Ziel ist es, auf Grundlage der sorgfältigen Erforschung von Bau- und Nutzungsgeschichte, archäologischen Befunden und vielfältigem Quellenmaterial, historische Substanz zu bewahren, Authentizität zu sichern und zugleich nachhaltige Nutzungskonzepte zu entwickeln.
Bei den aktuellen Herausforderungen der alltäglichen Arbeit und zukünftiger Vorhaben spielen Klimaanpassung und Ressourcenschonung ebenso eine zentrale Rolle wie verträgliche Nutzungskonzepte und Digitalisierung. Das zum aktuellen Jubiläum erschienene Magazin „Facettenreich“ gibt neben einer Rückschau auf die Geschichte der SG anhand beispielhafter Projekte Einblicke in die Bau- und Gartendenkmalpflege, Restaurierungsprozesse, Ausstellungen und Vermittlung. Das Magazin versteht sich zugleich als Würdigung der Mitarbeitenden, Kooperationspartner, Ehrenamtlichen und Förderer, die den Erhalt der hessischen Kulturschätze möglich machen.
Es ist ab sofort in allen Museumsshops der SG erhältlich.
Blick nach vorn
Zum 80-jährigen Bestehen schauen die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen somit auf eine lange Tradition der Bewahrung und Vermittlung kulturellen Erbes zurück. Zugleich ist das Jubiläum ein Anlass, den Blick nach vorn zu richten: Die Anforderungen an den Umgang mit historischen Anlagen verändern sich stetig – durch den Klimawandel, neue Formen der Nutzung, die Digitalisierung und den Anspruch, kulturelle Teilhabe möglichst vielen Menschen.
Konkret auf der Agenda steht voraussichtlich im Frühjahr 2028 die Wiedereröffnung des Badhauses im Staatspark Hanau-Wilhelmsbad, das nach der Grundinstandsetzung neuer Ankunftspunkt mit einer Ausstellung zur Geschichte der Anlage als Kurbad sein soll. Ein Großprojekt ist weiterhin die Vorbereitung der Sanierung von Schloss Erbach. Ebenfalls auf der Liste: die Sanierung des Kurfürstlichen Hauses im Kloster Lorsch und Maßnahmen im Osteinschen Park im Vorfeld der Bundesgartenschau 2029.
Weiterhin werden für Anfang März 2027 eine Tagung und eine Ausstellung gemeinsam mit den Kollegen vom Haus Doorn in den Niederlanden vorbereitet. Die Tagung soll anhand von Nutzungsgeschichte und unterschiedlichen Konzepten der Kultur- und Museumspolitik zwei erhaltene Residenzen des letzten deutschen Kaisers vergleichend erforschen.




