9. Europäischer Tag der Restaurierung: „Ganz nah dran!“


Am 18. Oktober 2026 findet bereits zum neunten Mal der Europäische Tag der Restaurierung statt. Zu diesem Anlass laden die Expertinnen und Experten der Restaurierungsabteilung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (SG) ins Schloss Bad Homburg ein und geben exklusive Einblicke in ihre Arbeit.

Unter dem Motto „Ganz nah dran!“ erwartet die Besuchenden ein abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Workshops, Führungen und Einblicken in die Restaurierungswerkstätten. Dabei können sie die vielfältigen Tätigkeiten der Restauratorinnen und Restauratoren kennenlernen und mehr über den Erhalt und die Pflege historischer Kunst- und Kulturgüter erfahren.

Der Aktionstag bietet zudem die Gelegenheit, aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Restaurierung kennenzulernen, unterschiedliche Fachbereiche und Arbeitsweisen zu entdecken und mit den Restauratorinnen und Restauratoren direkt ins Gespräch und in den Austausch zu kommen.

Der Aktionstag wird jedes Jahr vom europäischen Dachverband der Restauratorenverbände (E.C.C.O.) organisiert. Weitere Informationen zum Europäischen Tag der Restaurierung erhalten Sie auf der Homepage des Verbands der Restauratoren (VDR) e.V.

Drei Frauen in einem Raum mit Postern an der Wand, eine hält eine kleine Dose, während eine andere mit Kamera und Licht arbeitet, um ein Produkt zu fotografieren.

Raum für Fragen und Austausch

©SG_Nathanael Pirschel

Eine lachende Frau mit Brille im Gespräch, im Hintergrund eine Präsentationswand mit Text und Bildern, an einem hellen Raum.

Einblicke gewinnen und mit Restauratorinnen und Restauratoren ins Gespräch kommen

©SG_Nathanael Pirschel

Mitarbeiterin zeigt einem Mann Stoffdesign im Nähstudio, umgeben von Stoffen, Geräten und einem großen Beleuchtungsring.

Exklusive Einblicke in die Arbeit der Restauratorinnen der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen

©SG_Nathanael Pirschel

Liebe zum/im Detail: Von Miniaturen bis zur Holzretusche

In den Werkstätten werden Objekte präsentiert, deren Details sich erst auf einen zweiten Blick offenbaren und wo sich genaues hinschauen lohnt. Die Restauratorinnen zeigen, wie sie selbst kleinste Objekte und Strukturen wissenschaftlich untersuchen und was scheinbar unscheinbare Elemente verraten. Dabei wird auch deutlich, wie Lupen oder Mikroskope helfen, Strukturen sichtbar zu machen und den Objekten ihre Geschichte zu entlocken. Ausgewählte Techniken können die Teilnehmenden auch in den kostenlos angebotenen Workshops (mit Voranmeldung über die Website der SG) lernen.

Notfallvorsorge für die Zukunft

Katastrophen und Notfälle bedrohen unsere wertvollsten Kulturgüter und sind dabei oft näher, als wir uns es wünschen. Wie können wir uns auf solche Ereignisse vorbereiten? Die Restaurierungsabteilung zeigt, wie die Planungen für den Ernstfall aussehen und welche Maßnahmen erforderlich sind, um Kulturgut zu bergen und zu sichern.

Geschichte greifbar machen

Ein aktuelles Projekt bringt ein Stück Geschichte aus den Niederlanden nach Bad Homburg. Im Mittelpunkt steht die Rekonstruktion des Arbeitszimmers des Kaisers Wilhelm II. aus Huis Doorn. An diesem Projekt arbeiten die Restauratorinnen und die Schreinerei gemeinsam. Der Tag der Restaurierung bietet eine seltene Gelegenheit, einen Blick auf den Entstehungsprozess eines besonderen Ausstellungsobjekt dieser geplanten Ausstellung zu werfen.

Abwechslungsreiches Programm – offene Restaurierungswerkstätte, Workshops & Führungen

Frau erklärt ein Fotoprojekt an einer Wand mit Bildern von Uhren und Gegenständen, während eine Person im Vordergrund zuhört.

Restaurierungswissen aus erster Hand

©SG_Nathanael Pirschel

Nahaufnahme einer Hand, die auf eine Seite in einem bunten Buch oder Magazin zeigt, mit weiteren Seiten und Bildmaterial im Hintergrund.

Den spannenden Beruf der Restauratorin kennenlernen

©SG_Nathanael Pirschel

Drei Frauen betrachten und diskutieren farbige dekorative Objekte und kunsthandwerkliche Stücke auf einem Tisch, im Hintergrund ein Foto-Display.

Restaurierung hautnah – zum Staunen

©SG_Nathanael Pirschel

Ganztägig (keine Anmeldung notwendig)

Ein Blick hinter die Kulissen:

Am 18. Oktober sind die Restaurierungswerkstätten im Schloss Bad Homburg von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Die Werkstätten der Bereiche kunsthandwerkliche Objekte, gefasste Möbel- und Holzobjekte, Gemälderestaurierung, Möbel- und Holzobjekte mit veredelter Oberfläche und die Textilwerkstatt laden Interessierte zur Besichtigung, zum Kennenlernen und zum Austausch ein.

Exklusive Einblicke in die Konstruktion einer Ausstellung:

Nur an diesem Tag haben Sie die einmalige Möglichkeit sich den Bau der Rekonstruktion des Arbeitszimmers des letzten deutschen Kaisers Willhelm II. (1859-1941) aus seinem Exilwohnort Huis Doorn in den Niederlanden anzuschauen. Tauschen Sie sich mit den hauseigenen Schreinern der SG aus und erfahren Sie wie solch eine Ausstellungskonstruktion vom Reißbrett bis zur handwerklichen Umsetzung entsteht.



Workshops (Anmeldungen erforderlich - bis max. acht Personen; geeignet ab 15 Jahren)

Person trägt weiße Handschuhe und hält zerbrochenes Glas, auf schwarzem Untergrund, teilweise sichtbar sind Werkzeug und weitere Glasstücke.

Vielfältige Workshops laden zum Mitmachen ein.

©SG_Lea Hübner

Nahaufnahme eines Pinselstrichs auf einer bemalten Oberfläche, mit einem Teil eines Statives oder Werkzeugs im oberen Bildbereich.

Vielfältige Workshops laden zum Mitmachen ein.

©SG_Lea Hübner

Hand arbeitet an einer kleinen, grünen Stofffigur durch eine Lupe, sitzend vor einer weißen Oberfläche mit grünen Pflanzen im Hintergrund.

Vielfältige Workshops laden zum Mitmachen ein.

©SG_Lea Hübner

Fehlstellen unsichtbar gemacht: Einführung in die Gemälderetusche (11:00–12:00 Uhr)

Wie lassen sich Fehlstellen auf Gemälden ergänzen ohne das Original zu gefährden? In der Restaurierung versteht man unter Retusche die farbliche Integration von Fehlstellen. Es handelt sich dabei um eine der schwierigsten Aufgaben in der Gemälderestaurierung.

In diesem Workshop von unseren Gemälderestauratorinnen Julia Sachse und Susanne Danter erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die Überlegungen, Grundsätze und auch ethischen Fragen hinter farblichen Ergänzungen. Nach einer kurzen Einführung in die unterschiedlichen Materialien und Methoden (Neutralretusche, Strichretusche und Totalretusche) besteht die Möglichkeit, an vorbereiteten Probeplatten selbst die Technik auszuprobieren.

Zur Anmeldung

Holzretusche in der Restaurierung (12:00-13:00 Uhr)

Holzobjekte weisen häufig Risse, Fehlstellen oder Gebrauchsspuren auf. In diesem Workshop unserer Möbelrestauratorin Katja Hiller erhalten die Teilnehmenden Einblicke darin, wie in der Restaurierung mit solchen Phänomenen umgegangen wird. Nach einer kurzen Einführung in die unterschiedlichen Materialien und Methoden besteht die Möglichkeit, an vorbereiteten Probeplatten Kittung und Retusche an unterschiedlichen Schadensbildern auszuprobieren.

Zur Anmeldung

Scherbe für Scherbe – Glasfragmente sicher zusammensetzen (13:00-14:00 Uhr)

Wie geht man damit um, wenn kunsthandwerkliche Objekte zerbrechen? In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden, wie zerbrochene Glasobjekte für eine Restaurierung vorbereitet werden. Restauratorin Lisa Anger erläutert Schritt für Schritt, wie man Scherben sicher zusammensetzt und anschließend mit sogenanntem Magic Tape temporär fixiert. Nach einer kurzen Einführung in die Technik besteht die Möglichkeit, an vorbereiteten Probeobjekten die Technik selbst einzuüben.

Zur Anmeldung

Vergolden lernen – Einführung in die Blattvergoldung (14:00-15:00 Uhr)

Seit Jahrhunderten faszinieren vergoldete Oberflächen die Betrachter. Dabei handelt es sich nur um eine hauchdünne Schicht Blattgold, die mittels spezieller Untergründe auf Zierrahmen oder Möbel aufgetragen wurde. Im Workshop der Restauratorin für gefasste Holzobjekte Corinna Bohn werden verschiedene Techniken der Blattvergoldung vorgestellt und Einblicke in die heutige restauratorische Praxis gegeben.

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Fehlstellenergänzung in der Textilrestaurierung (15:00-16:00 Uhr)

Spannstiche sind materialschonende Nähtechniken der Textilrestaurierung. Sie dienen dazu, fragile, brüchige oder geschädigte historische Gewebe flächig auf einem neuen, stützenden Unterlegstoff (Stützgewebe) zu fixieren. Bei dieser Handnähtechnik liegt das Gewebe flach auf der Arbeitsunterlage. Zum Einsatz kommen sehr dünne, gebogene Rundnadeln aus der Mikrochirurgie. Wenn Sie wissen wollen, wie diese Technik funktioniert und an einem Einblick in die Textilrestaurierung interessiert sind, besuchen Sie den Workshop von Textilrestauratorin Ursula Bernert.

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Führungen (Anmeldung erforderlich - bis max. zehn Personen)

Gekrümmte Filmbänder in Grüntönen gegen einen orangen Hintergrund mit weißen und schwarzen Texten zum Europäischen Tag der Restaurierung am 18. Oktober 2026.


©Verband der Restaurator:innen

Menschen stehen vor einem Bogen in einem engen, gelb-rosafarbenen Gebäude, im Vordergrund eine Whiteboard mit einem Logo.


©SG_Nathanael Pirschel

Geschichten und Technik der Turmuhr in Bad Homburg (12:00-12:15 & 15:00-15:15 Uhr)

Ein exklusiver Blick hinter die Kulissen und hinauf in die Historie: Im Bad Homburger Schloss wird ein technisches Kulturgut lebendig, das einst den Rhythmus einer ganzen Stadt bestimmte.

Im Mittelpunkt der Expertenführung mit Restauratorin Lisa Anger steht die Turmuhr am Zugang zum unteren Schlosshof: Uhren an Schloss- und Kirchtürmen prägen seit Jahrhunderten das Bild dieser imposanten Gebäude. Historisch betrachtet dienten sie nicht nur der Zeitmessung, sondern waren Symbole für Präzision, Modernität und den Rhythmus der Zeit. Die Turmuhr standardisierte den Tagesablauf, sie läutete den Beginn der Arbeit, das Ende des Marktes oder den Einlass in die Stadt ein. Wer die Uhr kontrollierte, der kontrollierte den Zeitplan der Bürger.

Heute sind diese Uhren oft wertvolle Zeugen der Geschichte und sollten als Technisches Kulturgut erhalten werden. Bei dieser Führung erfahren die Teilnehmenden Interessantes und Wissenswertes zur Geschichte, Herstellung und Restaurierung der Turmuhr im Schloss Bad Homburg.

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Die Lacktafeln der Landgräfin Eliza. Einblicke in die Geschichte der Lackkunst im Elisabethflügel (13:00-14:00 Uhr)

Landgräfin Elizabeth von Hessen-Homburg hatte nicht nur ein Faible für Exotica wie ostasiatische Kunstgegenstände, sie dilettierte selbst im sogenannten japanning, also der Lackmalerei im Chinageschmack. Im Schloss Homburg sind elf von ihr bemalte Lacktafeln erhalten, ehemals Teil der Ausstattung des Black Japan Room in Frogmore House, England. Bei dieser Expertenführung zeigt Restauratorin Brigitte Hagedorn die Unterschiede zwischen dem Harz des asiatischen Lackbaumes und den europäischen Naturharzen und gibt Einblicke in die jahrhundertealte Geschichte der Lackkunst mit ihren transkulturellen Beziehungen zwischen Asien und Europa.

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