Schauräume und Ausstellungen
Die Grafen von Hanau-Münzenberg ließen die Innenräume des Schlosses prachtvoll ausstatten. Die qualitätsvollen Wandmalereien mit Renaissance-Ornamenten und antikisierenden Porträtmedaillons zierten die Säle und Appartements. Einen lebendigen Einblick in die rekonstruierte Schlosseinrichtung gibt die Hofstube mit den Adelsportraits aus dem 16. Jahrhundert. Die danebenliegende Schlossküche wurde mit Nachbildungen verschiedener Lebensmittelattrappen sowie mit Kochgeräten aus dem 19. Jahrhundert eingerichtet; sie lässt den Alltag der Schlossbewohner aus früheren Jahrhunderten lebendig erscheinen.
Im Fokus der im Juni 2025 eröffneten Ausstellung Wurzeln und Flügel – Die Brüder Grimm und Steinau steht die Familie Grimm als soziales Netzwerk und geistiges Fundament für das Werk der weltberühmten Brüder. Die Präsentation schlägt einen Bogen von der Kindheit der Grimms in Steinau über ihre akademischen Jahre bis hin zu ihren letzten Lebensabschnitten in Berlin.
Erstmals widmet sich ein Ausstellungsteil explizit den Frauen der Familie: Lotte, Dortchen, Malchen und andere werden in ihrer Rolle für den „Familienbetrieb Grimm“ gewürdigt. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie begrenzt die Möglichkeiten weiblicher Selbstverwirklichung im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert waren. Das bekannte Ölgemälde „Der Lotte ihre Stube“ von Ludwig Emil Grimm von 1821 wird ebenso präsentiert wie bislang unerforschte Werke.
Weitere historische Objekte wie das Tintenfass Jacob Grimms oder Originalzeichnungen von Ludwig Emil Grimm zeigen eindrucksvoll die kreative Energie der Familie. Kinder können in der Ausstellung mithilfe der Figur „Kater Gravus“ in die Märchenwelt eintauchen, während die Erwachsenen sich auf kunsthistorisch wie gesellschaftlich relevante Kontexte freuen dürfen.
Die baugeschichtliche Ausstellung Baukunst im Wandel – Die Geschichte des Schlosses Steinau beleuchtet das Schloss als Zeugnis der frühen Neuzeit – begonnen als mittelalterliche Burg wurde es zum Renaissanceschloss mit repräsentativer Küche und Stubenappartements ausgebaut. Anhand historischer Schlosspläne, bauzeitlicher Fenstergewände, Treppentürmen und Verteidigungsanlagen wird der Wandel einer bedeutenden Herrschaftsarchitektur erlebbar. Auch die soziale Funktion des Schlosses als Unterkunft für Reisende, Witwensitz, und Verwaltungsbau wird aufgezeigt.








