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Schlosspark Bad Homburg und der Konventgarten von Kloster Seligenstadt sind erste Erprobungsräume des Forschungsprojektes "Lernort Gartendenkmal"

Für ein innovatives Kooperationsprojekt, das jahrhundertealte Gartendenkmale als außerschulische Lernorte zur Geltung bringt, hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt Fördermittel in Höhe von 124.000 € bewilligt. Damit wird ein auf drei Jahre angelegtes Programm der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (SG) in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main gefördert. Im Spiegel der Kulturgeschichte, unter dem Schwerpunkt Biologie und insbesondere mit Rücksicht auf Umweltschutz und Klimawandel sollen in historischen Gärten Bildungsinhalte entstehen.

DBU-Generalsekretär: Sensibilisierung von Schüler:innen

„Uns ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler für das Bewahren der historischen Flora und Fauna und den kulturellen Mehrwert historischer Gartenanlagen sensibilisiert werden“, sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde am Freitag, den 5. November 2021, zum Grund für die Unterstützung durch die Bundesstiftung.

„Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung, die unser Vermittlungsprogramm ‚Wissen wächst im Garten‘ unter den drei Fachperspektiven Geschichte, Biologie und Kunst erweitert“, erklärte SG-Direktorin Kirsten Worms. „Die Mittel versetzen uns in die Lage, ein tiefer gehendes Verständnis für die Bewahrung historischer Gärten zu fördern. Sie sind nicht nur schöne Naherholungsorte und schutzwürdige Kulturgüter, sondern zugleich wichtige Lernorte.“

Logo des Programms "Wissen wächst im Garten"

Das Programm "Wissen wächst im Garten" startete die SG in diesem Jahr in Bad Homburg sowie im Klostergarten Seligenstadt.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Grafik: Sara Abtahi

Innovativer, fächerübergreifender Zugriff

Nach Auffassung der Leiterin des Fachgebietes Gärten und Gartendenkmalpflege der SG, Dr. Inken Formann, bieten alte, gärtnerisch geschaffene Lebensräume besondere didaktische Potentiale. Unter dem Aspekt der Umweltbildung seien sie bisher nur wenig aufbereitet worden. Sie gewährten Einblicke in die Vielfalt historischer Nutz- und Zierpflanzen und ermöglichten die Begegnung mit historischen Kultivierungstechniken. Die Verknüpfung von Biologie mit der Geschichte von Gärten als Kulturleistung eröffne ein breites Bildungs- und Forschungsfeld, so Formann. Der Ansatz unterscheide sich grundlegend von jenen in Schulgärten, Naturschutzzentren oder der Waldpädagogik.

Unter dem Titel „Lernort Gartendenkmal: Entwicklung, Implementierung und Evaluation von Vermittlungskonzepten für die fächerübergreifende Erschließung historischer Gärten mit dem Schwerpunkt Biologie“ wählten die SG und die Abteilung Didaktik der Biowissenschaften unter Prof. Dr. Voker Wenzel an der Goethe-Universität Frankfurt am Main den Bad Homburger Schlosspark und den Klostergarten der Ehemaligen Benediktinerabteil Seligenstadt als Erprobungsräume aus.

Schüler:innen-Aktion im Lehrgarten des Schlosses Bad Homubrg

Im "Wissensgarten" des Schlossparks Bad Homburg können junge Menschen unter anderem mit Kunstprojekten auf neue Weisen Natur erfahren.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Bianca Limburg

Bewusstsein für den Klimaschutz ist eines der Bildungsziele

Für sie entstehen denkmalgerechte Vermittlungskonzepte, analoge Materialien und digitale Tools, die Lehrkräfte im Unterricht vor Ort einsetzen können. Sie sollen die Erfahrung der Schüler:innen unterstützen, dass historische Gärten zu schützende künstlerisch-ästhetische Kulturleistungen darstellen und die Erhaltung dieser Gärten mit ihrer besonderen Flora und Fauna im Sinne von Biodiversität und Klimaschutz ein wertvoller Beitrag für eine lebenswerte Zukunft ist.

Vorstellung der DBU

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert innovative, modellhafte und lösungsorientierte Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft. Geförderte Projekte sollen nachhaltige Effekte in der Praxis erzielen, Impulse geben und eine Multiplikatorwirkung entfalten. Es ist das Anliegen der DBU, zur Lösung aktueller Umweltprobleme beizutragen, die insbesondere aus nicht nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweisen unserer Gesellschaft resultieren. Zentrale Herausforderungen sieht die privatrechtliche Stiftung vor allem beim Klimawandel, dem Biodiversitätsverlust, im nicht nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sowie bei schädlichen Emissionen. Damit knüpfen die Förderthemen sowohl an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über planetare Grenzen als auch an die von der UNO beschlossenen Sustainable Development Goals an.