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Kloster Lorsch erhielt den ersten hessischen Titel eines Welterbes der Menschheit – Festakt auf den 13. Juni 2022 verlegt

Vor 30 Jahren hat Kloster Lorsch in Union mit dem nahegelegenen Mutterkloster Altenmünster den ersten hessischen Titel eines Welterbes der Menschheit erhalten. Die Urkunde des UNESCO World Heritage Committee zum Platz auf der Liste des weltweit bedeutenden Kulturerbes ist auf den 13. Dezember 1991 datiert. Eine Feier zum Jubiläum mit der Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, sollte ursprünglich auf den Tag genau am Montag an die Aufnahme des 764 gegründeten und 1556 aufgehobenen Klosters erinnern. Die vierte Welle der Corona-Pandemie verzögert jedoch die Pläne. Der Festakt der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen wurde nun um ein halbes Jahr verschoben und auf den 13. Juni 2022 gelegt.

Welterbequalitäten: Authentischer Ort und innere Werte

„Die UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch mit der berühmten Torhalle hat in der zurückliegenden Zeit all das geleistet, was der hohe, an viele Qualitätskriterien gebundene Titel Welterbestätte von uns erfordert“, sagte SG-Direktorin Kirsten Worms. „Die ehemalige Reichsabtei Karls des Großen präsentiert sich trotz des Verlustes vieler Bauwerke nicht nur äußerlich in bester Verfassung für das Publikum. Auch die »inneren Werte« zeichnen diesen authentischen Ort aus: Von einem engagierten Team gehen beispielhafte museumspädagogische Initiativen aus, die die klösterliche Welt in Mittelalter und Früher Neuzeit für alle Ansprüche facettenreich und lebensnah vermitteln. Der Stolz der Lorscher Welterbestätte erklärt sich nicht zuletzt mit der Vielgestaltigkeit ihrer Angebote.“

Nahaufnahme des Kirchenfragmentes im Areal der Welterbestätte Kloster Lorsch

Nahaufnahme des Kirchenfragmentes, dem Rest der ehemaligen Nazariusbasilika, im Areal der UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Michael Leukel

30 Jahre Erfolgsgeschichte: Heft „Lorsch erleben“ ist da

Pünktlich zum Jahrestag erscheint eine neue Ausgabe des Heftes „Lorsch erleben“ zur Entwicklung in drei Jahrzehnten. Die Redaktion leitete Dr. Hermann Schefers, der Chef der Welterbestätte. „Lorsch ist ein vitaler Ort. Die verschiedenen Aufsätze schlagen einen Bogen von der Geschichte des Klosters und ihrer erhaltenen Bauwerke, über die Denkmalpflege, Forschung und den Reichtum digital erschlossener Quellen zu den vielen Angeboten, die wertvolle Bildungschancen für alle Interessierten darstellen. Welterbestätten sind so etwas wie Portale, durch die Menschen in die Kultur der Vergangenheit eintreten, sozusagen in das Archiv der Erde, und den materiellen und immateriellen Leistungen des menschlichen Geistes sehr nahekommen“, so Schefers.

„Augenöffner“ – Ideenwettbewerb zur Vermittlung

Mit Bezug auf die Lorscher Pädagogik, die innerhalb des Verbunds deutscher Welterbestätten hohe Wertschätzung genießt, hat das Kuratorium UNESCO Welterbe Kloster Lorsch zum Jubiläum einen Wettbewerb ausgelobt. Unter dem Titel „Augenöffner. Die Geheimnisse des UNESCO Welterbes Kloster Lorsch, neu gesehen von Menschen unter dreißig“ bittet der bürgerschaftliche Unterstützungsverein Personen, die nach dem 13.12.1991 geboren wurden, um Ideen „für junge, frische Projekte“ zur Vermittlung der Lorscher Stätte. Das Kuratorium bittet um Zuschriften bis zum 15. März 2022. Die besten Einsendungen unter wettbewerb@kuratorium-weltkulturdenkmal.de werden mit Geld- und Sachpreisen prämiert.

Blick in die Ausstellung mit dem kopflosen"Atzmann" als zentraler Skulptur.

Blick in die Ausstellung "Geschichte schöpfen - Quellen aus einem Brunnen" mit dem "Atzmann" als zentraler Skulptur.

© Staatliche Schlösser und Gärten Hessen, Foto: Josephine Voß

Auftakt des Jubiläums mit der Brunnen-Ausstellung

Das Welterbe-Jubiläum hatte im zu Ende gehenden Jahr nur wenige Monate, in denen Veranstaltungen stattfinden konnten. Höhepunkt war die Eröffnung der Ausstellung „Geschichte schöpfen – Quellen aus einem Brunnen“, die im Schaudepot Zehntscheune bereits in die Winterpause gegangen ist und am 1. März 2022 wiedereröffnet. Sie war zugleich ein Highlight der 75-Jahr-Feier der hessischen Schlösserverwaltung. Die dort gezeigten, in den Wandungen eines barocken Brunnens entdeckten Architektur- und Skulptur-Fragmente belegen, dass eine Blützezeit des Klosters nicht nur in karolingischer Zeit herrschte. Sie ist auch für die Epochen der Romanik und Gotik festzustellen. Vorträge, auch fachliche zu dieser Ausstellung, werden im nächsten Jahr nachgeholt.