20 Jahre UNESCO Welterbe Obergermanisch-Raetischer Limes - Neue Hörführungen an den Kastellen Kleiner Feldberg und Kapersburg

Seit zwei Jahrzehnten zählt der Obergermanisch-Raetische Limes zum UNESCO-Welterbe – als Zeugnis römischer Grenzbefestigungen von europäischem Rang. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen (SG) betreuen zwei ganz besondere Orte dieses Welterbes: das Römerkastell Kleiner Feldberg bei Schmitten und das Römerkastell Kapersburg bei Rosbach vor der Höhe.

Eingebettet in die eindrucksvolle Landschaft des Taunus und als Teil eines attraktiven Wanderwegenetzes, machen beide Kastelle die Geschichte der römischen Grenztruppen unmittelbar erlebbar. Der Kleine Feldberg mit seiner exponierten Lage auf 770 Metern Höhe diente der römischen Armee als bedeutender Beobachtungsposten, die Kapersburg wurde als Wachkastell ebenfalls über zwei Jahrhunderte hinweg genutzt.

Luftbild einer alten Ruinenanlage mit umliegendem Wald, Wegen und Schatten, im Sonnenlicht.

Foto: Michael Leukel, 2020

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist mit einer Länge von rund 550 Kilometern das längste Bodendenkmal Europas. Als Teil des transnationalen UNESCO-Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches“ steht er in einer Reihe mit dem Hadrianswall in Großbritannien und dem Donaulimes.

Die Römerkastelle Kapersburg und Kleiner Feldberg
zählen zu den besonders gut erhaltenen militärischen Anlagen entlang des Limes in Hessen.

Neue Hörführungen ermöglichen Eintauchen in die Römerzeit

Zum Jubiläum erweitert die SG das Besuchserlebnis um ein modernes, digitales Angebot: Mit zwei neuen, kostenfreien Hörführungen in der Kulturschätze-App der SG erhalten Besucherinnen und Besucher ab sofort die Möglichkeit, beide Kastelle individuell mit dem eigenen Smartphone zu erkunden und beim Gang durch die Relikte der römischen Militärarchitektur Bedeutung und Funktion der einstigen Gebäude kennenzulernen. Die beiden Touren ermöglichen eine fundierte wie unterhaltsame Zeitreise in das 2. und 3. Jahrhundert nach Christus.

Beide Kastelle sind frei zugänglich und über Wanderwege zu erreichen. Sie bieten die Möglichkeit, Geschichte in der Natur zu erleben – ab sofort ergänzt durch fundierte Informationen in der Kulturschätze-App.

Verwinkelte. niedrige Steinmauern des Feldbergkastells vor einem dichten Wald bei bewölktem Himmel.

Am Kleinen Feldberg war einst eine teilberittene Erkundungseinheit von 150 bis 200 Mann stationiert.

Foto: Michael Leukel, 2019

Auch das Kastell Kapersburg war vom 1. bis 3. Jahrhundert Standort einer solchen Einheit.

Foto: Michael Leukel

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Grundmauern der Kapersburg gesichert. Bedeutung und Funktion der ehemaligen Gebäude erschließen sich im Zuge der neuen Hörführung.

Foto: Michael Leukel

Die Kastelle im Taunus lassen sich über Wander- und Fahrradwege erreichen. 

Foto: Michael Leukel

Limes als lebendiges Erbe

Auch die Saalburg, ein vollständig rekonstruiertes Kastell und lebendiger Museumsort, macht die Geschichte des römischen Reichs auf besondere Weise erfahrbar. Originale archäologische Funde im Saalburgmuseum, rekonstruierte Räume und ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm transportieren das römische Erbe in die Gegenwart. Das Jubiläum zeigt, wie lebendig das Welterbe Limes in Hessen bis heute ist.