Burgruine Hohenstein
 
Hohenstein ist ein altes Schloss / so von den Graffen von Catzenelnbogen / auff
einem spitzigen Felsen erbawet / und bewohnet worden -
heißt es in der „Hessischen Cronica“ aus dem Jahre 1604. Zu dieser Zeit befand
sich die Burg allerdings schon im Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel.
Ein Erbe, das sie erst nach jahrelangen Streitigkeiten hatten antreten können
und das bereits von Intrigen und Mord überschattet war, bevor mit Graf Philipp
dem Älteren 1479 das Geschlecht derer von Katzenelnbogen in männlicher Linie 
ausstarb. Philipps Sohn aus erster Ehe wurde ermordet und um zu verhindern,
dass aus seiner zweiten Ehe ein männlicher Erbe hervorging, trachtete man
auch der Gräfin nach dem Leben. Vergifteter Wein, während einer Messe gereicht,
sollte aber seine Wirkung verfehlen. Der ruchlose Priester wurde bei lebendigem Leibe
verbrannt.
Die schaurigen Geschichten erscheinen heute sehr fern, blickt man aus schwindelnder
Höhe von Warttürmen und mächtigen Mauern ins Tal. Anmutig schlängelt sich dort
die Aar zwischen grünen Taunushöhen hindurch. Wie Spielzeug muten die Häuser
des Dorfes Burg Hohenstein an, das einst als Wohnstatt für Handwerker und
Bedienstete entstand. Als 1864 mit dem Zusammenbruch der östlichen Außenmauer
das endgültige Aus für die im 30-jährigen Krieg (1618-48) stark beschädigte Feste
kam, war das ein harter Schlag für die arme Gemeinde. Hatten doch die Burgbesucher
ein kleines Zubrot bedeutet – sehr zum Ärger des örtlichen Lehrers übrigens, der
sich über Schulversäumnisse beschwerte: „Solche Eltern schicken ihre Kinder im
Sommer meistens betteln, wozu der Besuch hiesiger Burgruine von Kurfremden
genügende Gelegenheit darbietet.“
Erst der Bau der Aartalbahn brachte Ende des 19. Jh. gute Verdienstmöglichkeiten.
Seit die Burg im Besitz des Landes Hessen ist, gab es umfangreiche Sanierungs-
maßnahmen. Im Sommer verwandelt sich das alte Gemäuer zuweilen in ein
Freilichttheater.
 
 

Das Burghotel-Restaurant „Waffenschmiede“ im modernen Anbau wartet mit Spezialitäten auf.

Und wer sich traut kann hier standesamtlich wie kirchlich heiraten.

 
Anschrift:
Restaurant und Hotel Burg Hohenstein
Angela u. Achim Diefenbach
Burgstrasse 12
65329 Hohenstein
Tel.: Tel.: (0049) (0)6120 52 22
Fax: (0049) (0)6120 979758
e-mail: info@burghohenstein-hessen.de
www.burghohenstein-hessen.de
 
Anfahrt:
Mit einem „Dampfross“ der Nassauischen Touristikbahn kann man auf der heute
denkmalgeschützten Strecke von Wiesbaden-Dotzheim nach Hohenstein fahren.
Vom Bahnhof im Tal hat man einen schönen Blick auf die Burg. Wer den Anstieg
scheut, kann sein Fahrzeug direkt vor der Burg parken.
Öffnungszeiten:
Die Burganlage ist frei zugänglich.